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In drei prallelen Reihen rückte die alliierte Flotte nach Nordnordwest vor, angeführt von den drei Zerstörern der Royal Navy. An Steuerbord folgten die Kreuzer De Ruyter, Houston, Exeter, Perth und Java. Die zwei niederländischen und vier amerikanischen Zerstörer fuhren hinter den Kreuzern.
Ein japanischer Luftangriff um 15:30 Uhr ließ die Formation auseinanderdriften. Gerade als sie wieder stand, rund zwanzig Minuten später, sichteten die Japaner, die Jintsu in der Führung, Yukikaze, Tokitsukaze, Amatsukaze und Hatsukaze, die Masten der Flotte. Durch Aufklärungsflugzeuge die Sichtungen um 15:00 Uhr und 15:10 Uhr meldeten, war sie ihnen sowieso schon bekannt. Gegen 15:30 Uhr befand sich der Konvoi nördlich der Jintsu und die alliierten Schiffe 27,5 km südlich. Die Jintsu nahm sofort Kurs auf die Alliierten, obwohl die Chancen nicht besonders gut standen. Doch neun Minuten später kam die Unterstützung in Sicht. Die Nachi und Haguro begleitet von der Ushio, Sazanami, Yamakaze und Kawakaze hatten beigedreht. Auch die Naka, die die Murasame, Samidare, Harukaze, Yudachi, Asagumo und Minegumo anführte, fuhren 12 km südlich der schweren Kreuzer und kamen schnell näher. Um 16:00 Uhr drehte die Jintsu mit ihrer Gruppe westwärts um auf einen parallelen Kurs zur alliierten Flotte zu kommen. Fünf Minuten danach waren die schweren Kreuzer ca. noch 12 km nördlich der Jintsu.
Die Electra aus der alliierten Flotte sichtete die Jintsu um 16:12 Uhr. Diese eröffnete vier Minuten später aus einer Entfernung von 16,5 km das Feuer. Auch die Nachi begann zu feuern, aber ihre Salven lagen 2 km zu kurz. Mittlerweile fuhren beide Gruppen parallel Richtung Westen. Die Houston und die Exeter eröffneten um 16:20 Uhr das Feuer auf die Japaner. Da die Houston die Stellen an denen ihre Granaten in das Wasser einschlugen mit roter Farbe markierte und das Wasser vor den japanischen Schiffen langsam stets röter wurde, machte sich leichte Nervosität in der japanischen Führung breit. Für Takagi war es die erste Überwasseraktion, da er ein ausgebildeter U-Boot Taktiker war.
Die ersten Treffer in der Schlacht erhielt um 16:31 Uhr und um 16:53 Uhr die De Ruyter. Glücklicherweise waren beide Blindgänger.
Admiral Nishimura, der die Naka und deren folgende Zerstörer leitete, kam zu dem Entschluss, dass seine Schiffe für ein solches Fernduell nicht ausgerüstet waren. Also lenkte er seine Schiffe auf Südsüdwestkurs und befand sich um 16:30 Uhr mit seiner Gruppe in der kleinsten Entfernung zu den Alliierten. Um 16:33 Uhr schoss die Naka vier Torpedos aus einer Entfernung von 13,7 km ab. Auch die folgenden Zerstörer feuerten zwischen 16:40 Uhr und 16:45 Uhr 27 Torpedos aus Entfernungen von 13,5 km bis 12 km in Richtung der alliierten Schiffe. Die Haguro folgte mit acht Torpedos gegen 16:52 Uhr aus weiterer Entfernung von 20 km. Die Nachi selbst konnte wegen eines versehentlich geöffneten Ventils und der dadurch entwichenen Luft keinen Druck mehr auf den Abschussrohren aufbauen und sich damit nicht mehr an der Torpedobarriere beteiligen.
Unterdessen ging das Geschützduell weiter. Die Houston feuerte fünf bis sechs Salven pro Minute ab. Die De Ruyter und die Exeter schienen das bevorzugte Absicht der Japaner zu sein. Von der Houston, Exeter und der Perth konnte beobachtet werden, wie die Haguro etliche Treffer erhielt, in Brand geriet und schließlich sank.
Der japanische Torpedoangriff, der erste massive Torpedoangriff in dem Pazifikkrieg, aber war ein Fehlschlag. Ca. einer der abgefeuerten Torpedos traf ein Absicht, den holländischen Zerstörer Kortenaer.
Kurz vor 17:00 Uhr attackierten drei Douglas A-20 Bomber, die von acht Brewster F2A Buffaloes begleitet wurden, die japanischen Transporter. Sie konnten jedoch kein Ergebnis erzielen. In dem Gegenteil, alle Maschinen wurden von japanischen Zero-Jägern abgeschossen. Konteradmiral Doorman bat um weitere Luftunterstützung, aber die Briten waren der Meinung, dass die Air-Force ein komplett anderes Angriffsprogramm hatte als die Navy. Weitere Unterstützung wurde nicht gewährt.
Kurz nach 17:00 Uhr sah Konteradmiral Takagi in dem Norden den Mastenwald seines zu bewachenden Konvois. Die Schlacht kam bedenklich in diese Richtung. Da seine schweren Kreuzer stets noch knapp 18 km von der alliierten Kreuzerphalanx entfernt waren und Unmengen an Munition ohne Erfolg verfeuerten, beorderte er alle seine Schiffe aufzurücken und den Feind anzugreifen. Zur selben Zeit hatte Doorman die gleiche Idee und ließ seine Flotte Fahrt nach Norden aufzunehmen. Als die beiden Streitkräfte sich näherten war das Glück bei den Japanern.
Zuerst wurde die Houston von einem Blindgänger getroffen, der aber dazu führte, dass sie ca. noch mit halber Kraft lief. Ein paar Minuten später kam der Wendepunkt der Schlacht. Um 17:08 traf die Nachi die Exeter sehr schwer. Die Granate schlug in dem Maschinenraum ein und setzte sechs der acht Dampfkessel außer Betrieb. Mit abnehmender Geschwindigkeit scherte die Exeter daraufhin aus der Formation aus, um zu dem Hafen zurück zu laufen. Die drei ihr folgenden Kreuzer glaubten, dass sie einem neuen Befehl folgen würde, da die Japaner wieder begonnen hatten mit Torpedos zu schießen. Also drehten auch sie ab. Die De Ruyter operierte so für einige Zeit allein.
Die Perth, die in dem Gegensatz zu den anderen Schiffen noch über einen speziellen Kommunikationskanal mit der Exeter verfügte, wusste von deren schweren Schäden und begann um das angeschlagene Schiff zu kreisen und es mit schwerem Rauch zu decken. Die See um die alliierten Schiffe war durchsetzt von Explosionen, die die ausgelaufenen Torpedos erzeugten. Aber dann um 17:30 Uhr traf ein Torpedo doch auf eins der alliierten Schiffe, die Kortenaer. Er schlug mittschiffs ein, so dass das Schiff sofort auseinanderbrach und umgehend sank. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Formation der alliierten Flotte in totaler Auflösung. Die De Ruyter nahm Südkurs um zu den anderen Schiffen aufzuschliessen. Takagi glaubte nun die Schlacht gewonnen zu haben und ging mit seinen Schiffen ebenfalls auf Südkurs.
Doorman benötigte fast zwanzig Minuten um wieder Kontrolle über seine Flotte zu erhalten. Die Exeter, begleitet von der Witte de With und den drei britischen Zerstörern liefen mit knapp fünf Knoten südwärts. Die De Ruyter setzte sich an die Spitze des Pulks, hisste ihre "Follow Me" Flagge und ging um 17:25 Uhr wieder auf Nordostkurs. Die Sicht war aber sehr schlecht da Deckungsrauch gesetzt worden war, einige Feuer auf den Schiffen ausgebrochen waren und die Abenddämmerung heraufzog. Die japanischen Schiff, die Dank ihrer Aufklärer von schlechter Sicht nicht betroffen waren, konnten von den Alliierten nicht ausgemacht werden. Gegen 17:45 Uhr tauchte die japanische Angriffsformation aus dem Rauch auf und eröffnete aus einer Entfernung von 18 km das Feuer. Doorman befahl den britischen Zerstören umgehend das Feuer zu erwidern. Drei Minuten später eröffnete die Naka und kurz darauf die Jintsu die nächste Torpedoattacke. Die japanischen Zerstörer folgten sofort und feuerten Torpedo auf Torpedo bevor sie abdrehten und auf Gegenkurs gingen. Einige warteten sogar, bis sie ca. noch 6 km entfernt waren und feuerten dann.
Die britischen Zerstörer Encounter und Electra waren die ersten, die nach Süden, dann nach Osten und schlussendlich nach Nordosten drehten um aus dem Rauch heraus die zwei leichten Kreuzer und 14 Zerstörer anzugreifen. Die Minegumo und die Encounter liefen für zehn Minuten auf Parallelkurs und beschossen sich ohne allerdings Schäden bei dem jeweils anderen anzurichten. Dabei näherten sie sich bis auf 2,7 km. Der Zerstörer Electra landete einen Treffer in den Maschinenraum der Asagumo, die daraufhin keine Fahrt mehr aufnehmen konnte.. Auch die Jintsu wurde von einer Granate der Elektra getroffen, erhielt aber dadurch ca. leichte Beschädigungen. Als die Asagumo fast zu dem Stillstand gekommen war, landeten ihre Kanoniere um 18:00 Uhr zwei schwere Treffer auf der Electra. Sie sank brennend um 18:16 Uhr. 54 Überlebende wurden am nächsten Morgen vom amerikanischen U-Boot S38 gerettet. Auch die Tokitsukaze wurde während dieser Aktionen von Granaten getroffen. Die 92 abgefeuerten japanischen Torpedos richteten aber wiederum keinen Schaden an.
Nach einer vollen Drehung lief die De Ruyter mit ihren Schiffen nun auf Südostkurs. Doorman wies die vier amerikanischen Zerstörer an den Rückzug zu decken. Dies wurde von den Kommandanten als Offensivbefehl ausgelegt und so liefen sie den Japanern entgegen. Aus einer Entfernung von rund 9 km feuerten sie ihre Steuerbordtorpedos ab, drehten und feuerten aus der Backbordseite, so dass 24 Torpedos auf Takagis Flotte zuliefen.
Umgehend drehten die Japaner nach Norden ab. Die Haguro wurde noch von einer Granate der Perth getroffen, die ihr Katapult in Brand setzte. Als um 18:20 Uhr der Sonnenuntergang einsetzte sah es so aus, als wäre die Schlacht zu Ende. Die Japaner liefen auf Nord-, die Alliierten auf Südkurs.
Takagis Schiffe hatten nicht mehr viel Treibstoff und ihm wurde wieder seine Hauptaufgabe bewusst. So ordnete er für den sich 30 km nördlich befindenden Konvoi wieder Südkurs an. Auch Doorman wollte Java nicht so einfach aufgeben. Er sandte die Exeter in Begleitung der Witte de With zurück nach Surabaya. Nachdem die japanischen Schiffe in dem Dunst des Abends verschwunden waren drehte er mit seinen Schiffen wieder auf Nordkurs und hoffte die Japaner überraschen zu können.
Tatsächlich gelang es ihm, als die Japaner um 19:20 Uhr in Sicht kamen. Die Nachi und Haguro hatten gestoppt um ihre Wasserflugzeuge wieder an Bord zu nehmen und kamen bei einer Entfernung von 14,5 km in den Schußbereich der alliierten Kanonen, die auch sofort zu feuern begannen. Die Jintsu antwortete mit vier Torpedoabschüssen und die Alliierten drehten nach Steuerbord ab. Auch die Japaner nahmen Fahrt auf und verschwanden in Richtung Nordost. Der kurze Schußwechsel war um 19:37 Uhr vorbei und hatte keine Schäden hinterlassen.
Da ihm bewusst war, dass er keine weitere Chance bekommen würde um Java zu verteidigen, beschloss Doorman die Japaner zu umgehen, indem er seine Schiffe an der Küste entlang führte um dann nach Norden zu schwenken. Um 21:00 Uhr kehrten die vier amerikanischen Zerstörer, die kaum noch Treibstoff und keine Torpedos mehr an Bord hatten, nach Surabaya um, indem sie Doormans Befehle entsprechend auslegten. Dann, um 21:25 Uhr, gerade als der Befehl erging nach Norden auszuschwenken, fuhr die Jupiter auf eine küstennahe niederländische Mine, explodierte und sank innerhalb von vier Stunden. Gegen 22:00 Uhr wurden Überlebende der Kortenaer gesichtet und die Encounter begann 113 von ihnen aufzunehmen. Alle diese Aktionen kosteten Doorman die komplette Zerstörer Flotte.
Ohne Begleitschutz fuhren die vier alliierten Kreuzer nordwärts, bis sie von Bord der Nachi um 23:02 Uhr in einer Entfernung von 14,5 km gesichtet wurden. Zu dieser Zeit hielten die Nachi und die Haguro Südsüdwestkurs. Sie drehten nach Backbord auf Parallelkurs in Richtung Norden bei. Die Alliierten eröffneten gegen 23:10 Uhr das Feuer auf die schweren japanischen Einheiten, aber die Japaner schossen bis 23:21 Uhr nicht zurück. Dann startete die Nachi acht Torpedos. Die Haguro tat es ihr eine Minute später mit einer Vierersalve gleich. Die Entfernung betrug zu dem Abschusszeitpunkt 12,8 km. In dem Gegensatz zu den vorher in dem Kampf verschossenen Hunderten von Torpedos trafen diese ihr Absicht. Um 23:32 Uhr wurde die De Ruyter achtern von einem der vier Haguro Torpedos getroffen. Ihre Waffenkammer explodierte und riss Doorman sowie 344 seiner Männer in den Tod. Das Schiff sank sehr schnell. Zwei Minuten später traf ein Torpedo der Nachi die Java, die nach eineinhalb Stunden in der Javasee versank. Die letzte Anweisung von Doorman an die verbliebenen Schiffe Houston und Perth hieß Rückzug nach Batavia ohne Rücksicht auf eventuell Überlebende.
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